Deutsche Ingenieurskunst für den Weltmarkt
So kam es 2019 zum ersten Kontakt. Dass es Frenell auf die Shortlist von SES geschafft hatte, war kein Zufall: Das Karlsruher Unternehmen zählt seit 20 Jahren zu den weltweit führenden Experten im Bereich der CSP-Technologie. Die Kraftwerke von Frenell basieren auf einem speziell konstruierten Kollektorsystem, mit dem Nitratsalze auf bis zu 550 °C erhitzt werden. Diese werden in isolierten Wärmespeicher eingelagert, wo die thermische Energie über Stunden vorgehalten werden kann. Im Kraftwerksblock wird aus dieser Energie in einer Dampfturbine der Strom erzeugt.
Durch diese Technologie wird CO2-neutraler Strom hochflexibel und grundlastfähig in das Netz eingespeist. Frenell hat das System von der Planung bis zum Betrieb zur Marktreife entwickelt und hält eigene Patente. Da sich CSP-Kraftwerke primär in Regionen mit intensiver Sonnenstrahlung wirtschaftlich betreiben lassen, verfolgt das Unternehmen eine konsequente Exportstrategie. Es realisierte bereits Projekte in Spanien, Australien, Indien und Italien.
Durchbruch durch gezielte Förderung
Die Vorzeichen für eine Zusammenarbeit standen also von Anfang an gut. So richtig Fahrt nahm das Projekt jedoch erst auf, als Herr Naguib im Jahr 2022 am Förderprogramm Partnering in Business with Germany teilnahm. Rückblickend betrachtet Herr Naguib besonders das intensive Kommunikationstraining, das zur Vorbereitung des Programms gehört, als großen Vorteil für die spätere Geschäftsreise nach Deutschland:
„Die Kommunikation war nach dem Programm eine völlig andere. Ich habe die Mentalität, mit der in Deutschland Geschäfte gemacht werden, viel besser verstanden. Ich habe gelernt, dass es sich auszahlt, engagiert und prägnant aufzutreten und bei geschäftlichen Fragen mit stichhaltigen Daten und Fakten zu argumentieren.“
Martin Selig sieht den Wert des Programms vor allem in der Kontinuität. Er hatte bereits zuvor an einer Delegationsreise nach Ägypten und Marokko teilgenommen: „Aber so ein punktueller Austausch ist oft nicht effizient genug. Eine Entscheidung über eine langfristige Partnerschaft erfordert einen strukturierteren Ansatz, wie ihn Partnering in Business with Germany bereitstellt.“
Darüber hinaus unterstreichen beide Geschäftspartner die Bedeutung der staatlichen Trägerschaft durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). „Für mich ist es auch deshalb eine perfekte Plattform, weil es unsere Zusammenarbeit auf eine höhere Ebene hebt, sodass wir für nun auch für politische Entscheidungsträger besser sichtbar sind“, so Herr Selig. Ahmed Naguib ergänzt: „Durch den Status des Programms können wir in Ägypten eine eigene Community für die Kooperation mit Deutschland aufbauen, die branchenübergreifend wächst und sich gegenseitig unterstützt.“