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Gegen den Trend: Deutsch-vietnamesische Wirtschaftsbeziehungen weiter auf Wachstumskurs

Sechs Jahre nach Inkrafttreten des EU-Vietnam-Freihandelsabkommens (EVFTA) zeigt sich, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam trotz Stagnation in Deutschland und schwieriger globaler Rahmenbedingungen weiterhin auf Wachstumskurs sind. Beim Netzwerktreffen von Partnering in Business with Germany am 12. März 2026 in Ho-Chi-Minh-Stadt wurde eine erste Bilanz gezogen und zugleich der Blick nach vorn gerichtet.

Eine Frau steht an einem Rednerpult

85 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Institutionen diskutierten über die Erfahrungen, erfolgreiche Kooperationen und zukünftige Potenziale der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Vietnam – darunter die deutsche Generalkonsulin, Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), der Vietnamesischen Industrie- und Handelskammer (VCCI), von Germany Trade & Invest (GTAI), der German Business Association (GBA), der AHK Vietnam, von Bremeninvest, der Wirtschaftsrepräsentanz von Rheinland-Pfalz in Vietnam sowie Alumni des Programms.

Die Beiträge bescheinigten den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Vietnam eine bemerkenswerte Dynamik. Das EVFTA hat sich dabei als Katalysator erwiesen: Im Jahr 2025 wuchs der bilaterale Warenverkehr um fast 16 Prozent – ein deutliches Signal für die Stärke der Partnerschaft. Mit fast 102 Millionen Einwohnern ist Vietnam inzwischen der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Südostasien und profitiert zugleich von der „China Plus One“-Strategie vieler internationaler Unternehmen

Mehrere Personen sitzen in einer Gesprächsrunde auf einer Bühne
Podiumsdiskussion ©GIZ / Hua Ri

Erfolgreiche Kooperationen und konkrete Projekte

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen konkrete Geschäftserfolge und Kooperationen. Sechs Teilnehmer berichteten von ihren Erfahrungen und Erfolgen im Jahr 2025 sowie ihren Plänen für 2026. Die Bandbreite reicht vom Export vietnamesischer Lebensmittel wie Seafood und Kaffee im Wert von 2,8 Millionen Euro über den Verkauf von Maschinenbauteilen für die Drohnen- und Automobilindustrie (1,7 Millionen Euro) bis hin zu einem in Abstimmung befindlichen Vertrag über Kunststoffspritzgussteile im Volumen von 3 Millionen Euro. Auch der Import von Baumaterialien und -ausrüstung (4,8 Millionen Euro) sowie chemischen Additiven und Technologien zur Qualitätsverbesserung in der Kunststoffproduktion (130.000 Euro) unterstreichen die Vielfalt der Zusammenarbeit.

Als zentraler Erfolgsfaktor wurde das Verständnis für die Erwartungen des deutschen Geschäftspartners hervorgehoben. Deutsche Unternehmen legen Wert auf Präzision, Qualität und langfristige Zusammenarbeit. Eine frühzeitige und intensive Vorbereitung, wie sie durch Partnering in Business with Germany ermöglicht wird, ist daher entscheidend für nachhaltige Geschäftserfolge.

Kulturelle Unterschiede als Chance

Partnering in Business with Germany ist mehr als ein Programm – es ist ein Zeichen des Vertrauens und eine Brücke zwischen zwei Volkswirtschaften“, betonte die deutsche Generalkonsulin Andrea Sühl. Peter Kompalla, Geschäftsführer der AHK, unterstrich die Bedeutung des Abkommens: „Das EVFTA bedeutet viel für diese wertvolle und stabile Partnerschaft. 16 Prozent Wachstum im Jahr 2025 sind beeindruckend! Deutsche Unternehmen suchen kontinuierlich nach neuen Beschaffungs- und Vertriebspartnern.“

Trotz kultureller Unterschiede – deutsche Unternehmen setzen häufig stärker auf Planung, während vietnamesische Entscheidungsträger oft pragmatischer und umsetzungsorientierter agieren – eint beide Seiten der gemeinsame Wille zum wirtschaftlichen Erfolg. Manuel Palz, stellvertretender Referatsleiter für Partnering in Business with Germany im BMWE, betont die komplementären Stärken. „Deutschland bringt fortschrittliche Industrietechnologie und ingenieurtechnische Exzellenz ein, Vietnam dynamisches Wachstum, Unternehmergeist, und eine strategisch günstige Lage.“

Zukunftsperspektiven: Innovation und Nachhaltigkeit

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Vietnam auf einem soliden Fundament steht. Gemeinsame Ziele in den Bereichen Innovation, Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum bieten gute Voraussetzungen für eine weitere Vertiefung der Partnerschaft. Insbesondere kleine und mittlere vietnamesische Unternehmen profitieren von den Kontakten und Einblicken in deutsche Unternehmensstrukturen, was den Aufbau einer lokalen Zulieferindustrie fördert, von dem wiederum die deutsche Wirtschaft profitieren kann. Die kommenden Jahre bieten somit die Chance, die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter auszubauen und Vietnam als wichtigen Partner Deutschlands in Südostasien zu stärken.

Eine Gruppe von Personen im Gespräch
©GIZ / Hua Ri
Eine Gruppe von Frauen stehen im Halbkreis und strecken die Hände in die Mitte
©GIZ / Hua Ri
Gruppenfoto der Teilnehmenden der Veranstaltung
©GIZ / Hua Ri
Mehrere Personen sitzen in einer Gesprächsrunde auf einer Bühne
©GIZ / Hua Ri
Generalkonsulin Frau Andrea Maria Sühl spricht zu einer Gruppe von Menschen
©GIZ / Hua Ri
Zwei Männer geben sich die Hände
©GIZ / Hua Ri
Ein Mann und eine Frau im Austausch von Visitenkarten
©GIZ / Hua Ri
Ein vollbesetzter Veranstaltungsraum mit zahlreichen Sitzreihen hintereinander
©GIZ / Hua Ri
Herr Manuel Palz vom BMWE steht an einem Rednerpult
©GIZ / Hua Ri
Eine Gruppe von Personen im Gespräch
Eine Gruppe von Frauen stehen im Halbkreis und strecken die Hände in die Mitte
Gruppenfoto der Teilnehmenden der Veranstaltung
Mehrere Personen sitzen in einer Gesprächsrunde auf einer Bühne
Generalkonsulin Frau Andrea Maria Sühl spricht zu einer Gruppe von Menschen
Zwei Männer geben sich die Hände
Ein Mann und eine Frau im Austausch von Visitenkarten
Ein vollbesetzter Veranstaltungsraum mit zahlreichen Sitzreihen hintereinander
Herr Manuel Palz vom BMWE steht an einem Rednerpult

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