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Neue Partnerländer stärken Diversifizierung und Resilienz der deutschen Außenwirtschaft

Das Programm Partnering in Business with Germany setzte in den letzten Monaten einen strategischen Impuls: Mit der Türkei, Brasilien, Kolumbien, Kenia und Indonesien wurden fünf neue Partnerländer in das Programm aufgenommen. Ziel ist es, deutschen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu wachstumsstarken Märkten zu erleichtern und die internationale Diversifizierung von Handels- und Lieferbeziehungen weiter voranzutreiben. Perspektivisch soll Malaysia das Partnernetzwerk ergänzen.

Kolumbianische Programmteilnehmende im Gespräch auf der Agritechnica

Internationale Partnerschaften als Erfolgsfaktor für KMU

Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen, eine zunehmende Fragmentierung der globalen Handelsordnung sowie volatiler internationaler Lieferketten verfolgt die Bundesregierung das strategische Ziel, internationale Handels-, Investitions- und Lieferbeziehungen zu diversifizieren und einseitige wirtschaftliche Abhängigkeiten gezielt zu verringern. Für den deutschen Mittelstand sind internationale Geschäftspartnerschaften dabei ein zentraler Hebel zu Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz – zugleich jedoch mit hohen Markteintrittshürden verbunden.

Partnering in Business with Germany leistet hier einen messbaren Beitrag zur Diversifizierung und Stärkung der Resilienz der deutschen Außenwirtschaft. Das Programm unterstützt KMU gezielt bei der Anbahnung nachhaltiger internationaler Geschäftsbeziehungen und Ausbau globaler Wertschöpfungsketten. Die wirtschaftliche Wirkung ist deutlich:
Das Volumen der im Programm initiierten Import- und Exportverträge übersteigt den öffentlichen Mitteleinsatz um mehr als das Zwölffache. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach dem Programm in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Allein 2025 profitierten rund 2.350 deutsche Unternehmen von der Geschäftsanbahnung im Rahmen von Partnering in Business with Germany.

Seit 2022 konnten die Zahl der jährlich direkt erreichten deutschen Unternehmen um rund 30 Prozent gesteigert werden. Parallel dazu nahm die Anzahl der abgeschlossenen Verträge jährlich um durchschnittlich rund 10 Prozent zu – ein klares Indiz für die zunehmende Relevanz des Programms für den deutschen Mittelstand.

Das Programm „Partnering in Business with Germany“ im Überblick

Seit seiner Einführung im Jahr 1998 unterstützt Partnering in Business with Germany deutsche KMU beim Aufbau und der Vertiefung internationaler Geschäftsbeziehungen. Das Programm ist branchenoffen ausgerichtet, setzt künftig jedoch verstärkt Schwerpunkte in Bereichen, in denen die deutsche Außenwirtschaft über besondere technologische und wirtschaftliche Stärken verfügt. Hierzu zählen Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Industrie 4.0 und Gesundheitswirtschaft.

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Verbindung von strukturierter Geschäftsanbahnung, unternehmerischer Qualifizierung der teilnehmenden Geschäftspartner und einem partnerschaftlichen Ansatz, der auf bilateralen Vereinbarungen mit den Regierungen aus den 22 Partnerländern basiert. Durch die enge Zusammenarbeit mit internationalen Partnerinstitutionen werden zudem signifikante Eigenleistungen der Partnerländer eingebracht, die die Effizienz der Programmdurchführung erhöhen.

Zwei Personen sitzen an einem Tisch in einem hellen Raum und führen ein Gespräch, im Hintergrund weitere Personen an Tischen
Türkische Unternehmerinnen und Unternehmer in B2B-Gesprächen mit deutschen Unternehmen auf einer Kooperationsbörse bei der IHK Rheinhessen ©GIZ/Milton Arias

Neue Partnerländer im Fokus: Erste Ergebnisse und strategische Bedeutung

Mit der Erweiterung um Türkei, Kolumbien, Brasilien, Kenia und Indonesien wird das Länderportfolio gezielt um wirtschaftlich dynamische Schwellenländer ergänzt. Die neuen Partnerschaften eröffnen deutschen Unternehmen zusätzliche Absatz- und Beschaffungsmärkte und leisten einen wichtigen Beitrag zur geografischen Risikostreuung.

Türkei
Die Pilotphase startete 2024 und zeigt bereits substanzielle Ergebnisse. In der ersten Pilotgruppe erzielten die teilnehmenden Unternehmen sieben Vertragsabschlüsse und zwei Absichtserklärungen mit einem Gesamtvolumen von rund 11,6 Mio. Euro (Import und Export). Pro Teilnehmendem wurden durchschnittlich über drei B2B-Gespräche realisiert. Die Bandbreite der Kooperationen reicht von Energiemanagementsystemen über Maschinen- und Anlagenbau bis hin zu Industriekomponenten. Für 2026 sind weitere Gruppen mit den Schwerpunkten Industrie 4.0, grüne Technologien und Kreislaufwirtschaft geplant.

Kolumbien
Die erste Pilotgruppe aus dem Lebensmittelsektor reiste im Herbst 2025 nach Deutschland. Im Rahmen des Gruppenprogramms, unter anderem auf der Agritechnica in Hannover, konnten durchschnittlich 2,8 direkte Geschäftskontakte pro Teilnehmendem angebahnt werden. Erste konkrete Ergebnisse umfassen einen Import-Vorvertrag sowie weitere Kooperationsvereinbarungen. Für 2026 sind zwei weitere Gruppen mit Schwerpunkten in Industrie 4.0, Automatisierung, zivilem Schiffbau und Metallverarbeitung vorgesehen.

Brasilien
Im Frühjahr 2026 besucht eine Pilotgruppe die Hannover Messe, um gezielt Technologiepartner zu finden. Der Schwerpunkt dieser ersten Gruppe liegt auf den Themen Energieeffizienz und nachhaltige Lösungen für die Industrie. Für den Herbst ist bereits der Besuch einer weiteren Gruppe geplant. Besonders großes Potenzial bieten die traditionell starken Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Brasilien in den Bereichen grüne Investitionen, erneuerbare Energien, Bergbau, nachhaltige Landwirtschaft und Infrastruktur.

Kenia
Erste Abstimmungen mit den kenianischen Partnern zu Zielen, Zielgruppen und Branchen fanden im Oktober 2025 statt. Der Fokus der wirtschaftlichen Zusammenarbeit liegt u.a. auf den Branchen Nahrungsmitteltechnologie, Gesundheitswirtschaft, Fertigungsindustrie, IT-Dienstleistungen, Logistik, Infrastrukturtechnik und Bauwesen. Eine erste Gruppe wird im Herbst 2026 nach Deutschland einreisen.

Indonesien
Die Pilotphase konzentriert sich auf Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie und Lebensmitteltechnologie. Ziel vieler Teilnehmender ist der strukturierte Markteintritt in Deutschland als strategischer Einstieg in den europäischen Markt. Der Deutschlandaufenthalt Anfang 2026 umfasst Trainings, Unternehmensbesuche, B2B-Gespräche sowie Messekontakte auf der Grünen Woche in Berlin und der weltweit führenden Fachmesse für Süßwaren und Snacks ISM in Köln.

 

Ausblick: Strategische Weiterentwicklung des Programms

Die bisherigen Erfahrungen mit den neu aufgenommen Partnerländern bestätigen den wirtschaftspolitischen Mehrwert von Partnering in Business with Germany. Vor diesem Hintergrund wird das Programm konsequent weiterentwickelt. Zentrale Ansatzpunkte sind der gezielte Ausbau des Länderportfolios, ein verstärkter Outreach in die deutsche Wirtschaft sowie eine engere Verzahnung mit bestehenden Instrumenten der Außenwirtschaftsförderung.

Mit der geplanten Einbindung zusätzlicher Länder wie Malaysia bleibt Partnering in Business with Germany ein zentrales strategisches Instrument zur Förderung der Diversifizierung, zur Stärkung der Resilienz und zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands.

Teaserfoto: Kolumbianische Unternehmerinnen und Unternehmer auf der Agritechnica (c)GIZ/Rolf Klatt

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