Informationen zur Partnerschaft
Brasilien bietet deutschen KMU große Potenziale für Kooperationen mit der brasilianischen Wirtschaft, u.a. in den Kernsektoren Landwirtschaft, Nahrungsmittelindustrie, Bergbau sowie Automobil- und Maschinenbau. Eine wichtige Zukunftsbranche ist die erneuerbaren Energien aufgrund des hohen Potenzials von Wasser-, Wind-, Solarkraft und Biomasse (Brasilien hat bereits einen EE-Anteil an der Stromerzeugung von rund 88 % und will diesen noch steigern). Das Programm Partnering in Business with Germany fördert gezielt die Geschäftsanbahnung zwischen deutschen und brasilianischen mittelständischen Unternehmen.
Schwerpunkte und Kooperationspotenziale Brasiliens
Brasilien ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas mit über 200 Millionen Einwohnern, umfangreichen Ressourcen und einer vielfältigen Industrie. Das Land hat eine vielseitige Wirtschaftsstruktur, einen großen Binnenmarkt und reichhaltige Bodenschätze.
Brasilien ist Teil des Mercosur-Verbundes (mit Argentinien, Bolivien, Paraguay, Uruguay). Das derzeit kurz vor dem Abschluss stehende Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mercosur würde durch die Absenkung von Zöllen den Export von deutschen Produkten wie z.B. Automobile, Maschinen und chemischen Produkten erleichtern sowie Unternehmen aus Deutschland Dienstleistungen erleichtern und den Zugang zu kritischen Rohstoffen sichern.
Die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens wird durch Reformen wie die Reindustrialisierung und die Steuerreform unterstützt. Die seit 2025 geltende umfassende Änderung des brasilianischen Steuersystems hat zum Ziel, die Steuerzahlung zur vereinfachen, mehrere Konsumsteuern abzuschaffen und stattdessen eine Umsatzsteuer einzuführen. Zudem soll die Bürokratie abgebaut und Anreize für eine klimafreundliche Re- Industrialisierung geschaffen werden.
Wirtschaft in Brasilien – Potenziale für deutsche Unternehmen
Brasilien ist ein bedeutender Wachstumsmarkt, insbesondere aufgrund privater Konsum- und Investitionstätigkeiten. Die industrielle Basis umfasst Bergbau, Bauwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Metallurgie, Erdöl- und Biokraftstoffindustrie sowie Chemie. São Paulo ist einer der größten Industriestandorte Lateinamerikas und traditionell besonders attraktiv für deutsche Unternehmen in Brasilien sowie Investitionen in die Automobilindustrie, Maschinenbau und Chemie. Rund 1.500 deutsche Unternehmen sind bereits in Brasilien aktiv und tragen bis zu 10 % zum brasilianischen BIP bei. Der Energiesektor Brasiliens entwickelt sich zu einem Wachstumstreiber der Wirtschaft – vor allem aufgrund der starken Dynamik im Bereich erneuerbare Energien. Der EE-Anteil am Strommix beträgt bereits 88 % (2024). Wasserkraft dominiert weiterhin, während Wind- und Solarenergie rapide zulegen. Die Produktion von klimafreundlichem Wasserstoff gewinnt an Bedeutung.
Die brasilianische Regierung verfolgt das Ziel, neue Industriebetriebe anzuziehen, unter anderem durch die Förderung von Powershoring seit 2024, um energieintensive Industrien anzuziehen. Gleichzeitig setzt sie auf die Bereitstellung günstiger, klimafreundlicher Energie und unterstützt eine nachhaltige Re-Industrialisierung, die Brasilien stärker in globale Wertschöpfungsketten integrieren soll. Brasilien kann sich so zu einem Markt für klimafreundliche und zugleich wettbewerbsfähige Produkte entwickeln.
Brasilien ist nach Mexiko Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner in Lateinamerika mit einem Handelsvolumen von über 22 Mrd. EUR (2024), während Deutschland für Brasilien der größte Handelspartner in Europa und drittwichtigstes Lieferland weltweit ist. Wichtigste deutsche Exportgüter sind chemische Erzeugnisse, Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile sowie Elektrotechnik. Brasilien ist einer der größten Agrarproduzenten weltweit; Deutschland importiert vor allem Kaffee, Sojabohnenschrot, Rohstoffe, chemische Erzeugnisse und Maschinen. Eine nachhaltige Re-Industrialisierung Brasiliens eröffnet deutschen Unternehmen zusätzliche Chancen zur Diversifizierung von Märkten und Lieferketten sowie zur Vertiefung bestehender Kooperationen.
Branchenfokus und Teilnehmerprofile
Partnering in Business with Germany steht Führungskräften aller Branchen offen. Die Schwerpunkte der ersten Delegation liegen auf Energieeffizienz und nachhaltige Lösungen für die Industrie. Eine Pilotgruppe brasilianischer Unternehmerinnen und Unternehmern wird Anfang 2026 nach Deutschland reisen.
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