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Starke Impulse für die deutsch-türkische Zusammenarbeit

Die erste Sitzung des deutsch-türkischen Lenkungsausschusses von Partnering in Business with Germany am 29.04.2026 in Berlin setzt ein klares Signal für die Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen deutschen und türkischen KMU.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die Auswertung der Programmergebnisse 2025 sowie die Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen für die Zukunft. Ziel ist es, vor dem Hintergrund geopolitischer Veränderungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten neue Geschäftspotenziale zu erschließen und bestehende Kooperationen weiter auszubauen. An der Sitzung nahmen Vertreter des türkischen Handelsministeriums, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), der türkischen Botschaft, des Auswärtigen Amtes, der DIHK, der deutsch-türkischen Industrie- und Handelskammer, der Union der Kammern und Börsen der Türkei (TOBB) und der GIZ teil. Auch Teilnehmende der türkischen Gruppe, die sich zeitgleich in Deutschland aufhielt, brachten ihre Erfahrungen ein.

Positive Bilanz der strategischen Partnerschaft

„Die Zusammenarbeit mit der Türkei im Rahmen von Partnering in Business with Germany hat sich seit ihrem Start im September 2024 sehr positiv entwickelt“, zog Dr. Nina Wunderlich, Co-Vorsitzende des Lenkungsausschusses und Leiterin der Unterabteilung EU-Wirtschaftspolitik im BMWE, Bilanz. „Im vergangenen Jahr haben 40 % der türkischen Führungskräfte Verträge oder Absichtserklärungen mit deutschen Unternehmen unterzeichnet – ein beeindruckendes Ergebnis. Auf dieser Grundlage gehörte die Türkei im Jahr 2025 hinsichtlich der wirtschaftlichen Ergebnisse zu den fünf wichtigsten Partnerländern des Programms.“

 

Auch Hakan Akgün, Co-Vorsitzender des Lenkungsausschusses und stellvertretender Generaldirektor für internationale Abkommen und Angelegenheiten der Europäischen Union im türkischen Handelsministerium, betonte die strategische Bedeutung: „Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner der Republik Türkei. Gerade in Zeiten geopolitischer Herausforderungen ist eine starke und verlässliche Partnerschaft zwischen deutschen und türkischen Unternehmen entscheidend. Das Programm Partnering in Business with Germany ist dabei ein zentraler Baustein, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und die Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken.“

Die enge wirtschaftliche Verflechtung beider Länder bildet dafür eine solide Grundlage. Deutschland ist wichtigster Handelspartner der Türkei und einer ihrer größten Investoren. Gleichzeitig ist die Türkei ein bedeutender Produktionsstandort für deutsche Unternehmen und eine strategische Brücke zwischen Europa und dem Nahen Osten. Über 8.000 deutsche Unternehmen sind dort aktiv. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen stiegen die türkischen Importe aus Deutschland von Januar bis Oktober 2025 um 11 Prozent auf 25 Milliarden US-Dollar. Besonders stark nachgefragt sind Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Elektrotechnik. Deutschland importiert im Gegenzug vor allem Textilien, Fahrzeuge, Maschinen und Nahrungsmittel aus der Türkei.

Konkrete Erfolge auf Unternehmensebene

Wie wirkungsvoll das Programm in der Praxis ist, zeigen aktuelle Beispiele teilnehmender Unternehmen. Cem Sinan Bayazit vom Unternehmen Element Proje AS gewann wertvolle Einblicke in deutsche Technologien zur industriellen Dekarbonisierung und sieht großes Potenzial für eine Zusammenarbeit. „Die Teilnahme am Programm ist eine große Chance für mich. Ich habe sowohl technisch als auch persönlich neue Perspektiven gewonnen und innovative Technologien kennengelernt. Besonders im Bereich der industriellen Dekarbonisierung konnte ich wichtige Impulse mitnehmen.“

Auch Ömer Faruk Özdemir, Business Development Manager von KAAF, eines türkischen Herstellers batteriebetriebener Rangierlokomotiven, nutze das Programm gezielt zur Anbahnung neuer Partnerschaften. Sein Unternehmen bereitet den Eintritt in den deutschen Markt vor und plant perspektivisch den Aufbau eines eigenen Standorts. „Wir haben wertvolle Verbindungen zu deutschen Unternehmen aufgebaut und konkrete Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen identifiziert. Gleichzeitig haben wir ein tieferes Verständnis für die deutsche Geschäftskultur und neue Fördermöglichkeiten für gemeinsame Projekte gewonnen“, resümierte Özdemir.

Weiterentwicklung mit Blick nach vorn

Neben den positiven Ergebnissen wurden auch Verbesserungsmöglichkeiten benannt. Dazu zählen insbesondere ein noch strukturierteres Matchmaking türkischer und deutscher Unternehmensvertreterinnen und -vertretern, eine flexiblere Gestaltung des Programmformats sowie eine stärkere Einbindung von Frauen. Ausdrücklich hervorgehoben wurde die Bedeutung einer passgenauen Zielgruppe in der Türkei für das Programm: Es handelt sich überwiegend um erfahrene Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen. Für das Jahr 2026 ist zudem eine stärkere inhaltliche Fokussierung vorgesehen. Erstmals finden sektorspezifische Gruppen in den Bereichen Industrie 4.0 sowie Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien statt. Auch für die folgenden Jahre sind Gruppen mit thematischen oder Branchenfokus geplant. Damit reagiert das Programm auf aktuelle wirtschaftliche Transformationsprozesse und eröffnet zusätzliche Chancen für Innovation und Kooperation.

Foto: @BMWE, Steffen Goldacker

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