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Deutsche Präzision für den Wiederaufbau: Ukrainische Delegationen zu Gast bei EMAG

Im baden-württembergischen Salach loten ukrainische Wirtschaftsvertreter die Möglichkeiten zu Kooperationen mit der Unternehmensgruppe für Werkzeugmaschinen aus. Die Initiative „Industrial Ramstein“ soll den wirtschaftspolitischen Rahmen schaffen.

Salach, am 18. März 2026: Mit großem Interesse lassen sich die Führungskräfte aus der ukrainischen Industrie durch die weitläufigen Montagehallen der EMAG Salach GmbH führen. Die Delegation ukrainischer Maschinenbauunternehmen ist gekommen, um die Technologie- führerschaft des traditionsreichen Unternehmens aus Baden-Württemberg hautnah zu erleben.  

Die EMAG Gruppe ist mit rund 2.100 Beschäftigten ein Schwergewicht im Bereich modularer Fertigungslösungen. Das Unternehmen zählt weltweit zu den wenigen Herstellern von Fertigungssystemen, die komplette Prozessketten in den Bereichen Getriebe-, Motoren- und Fahrwerkskomponenten-Fertigung sowie im Non-Automotive Sektor realisieren können. Die Kunden der EMAG Gruppe kommen aus den Branchen Automotive, Fahrzeugbau, Luftfahrt und Verteidigung, Erneuerbare Energien sowie der Ölfeld-Industrie. 

Olga Klein, Business Development Defence bei der EMAG ©EABW

Einblick in die Hochtechnologie

Beim Rundgang durch das Werk wird die Abstraktion der deutschen Ingenieurskunst greifbar. Die Gäste aus der Ukraine beobachten die präzisen Bewegungen der Werkzeugmaschinen, die in den Montagehallen in Salach produziert werden, und diskutieren über Qualitätsstandards, Lieferketten und digital gesteuerte Produktionsmethoden.  

Milena Fomenko, Executive Director von Nikplast Ukraine, Ltd. zeigt sich beeindruckt: „Der innovative Ansatz im Bereich der Produktion zeugt von einem hohen Maß an ingenieurtechnischer Kompetenz. Es war eine inspirierende Erfahrung, ein derartiges Zusammenspiel von Präzision und Innovationskraft in der Praxis zu erleben.“ 

Für die EMAG Gruppe ist der Besuch eine Investition in die Zukunft. „Starke Netzwerke entstehen im persönlichen Austausch“, betont Olga Klein, zuständig für Business Development Defence bei der EMAG Gruppe. „Die Ukraine ist für uns ein sehr relevanter Wirtschaftspartner. Es ist uns eine große Freude, Unternehmen zusammenzubringen.“

Ruslan Illichov, Generaldirektor der Federation of Employers of Ukraine (FEU)
Ruslan Illichov, Generaldirektor der Federation of Employers of Ukraine (FEU) ©EABW

Vom Werksbesuch zum „Industrial Ramstein“ 

Nur wenige Tage später, am 24. März, folgt in Salach der nächste Schritt auf politischer Ebene. Die ukrainischen Gäste sind Ruslan Illichov, Generaldirektor der Federation of Employers of Ukraine (FEU) und Anastasia Shevchenko, Direktorin im Department for International Trade-Economic Cooperation and European Integration im ukrainischen Wirtschaftsministerium. Sie besuchen das Werk, um die strategische Tiefe einer möglichen Kooperation zwischen der ukrainischen Wirtschaft und der EMAG Gruppe auszuloten.  

Zwischen hochmodernen Fertigungssystemen für Getriebe- und Motorenkomponenten geht es bei diesem Treffen nicht um technische Details, sondern um die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zukunft eines Landes im Ausnahmezustand. Da die ukrainische Industrie massiv unter dem russischen Angriffskrieg leidet, ist der Bedarf an modernen Fertigungssystemen existenziell für die Zukunft des Landes. 

Im Gespräch werden konkrete Hürden und Lösungen für die Zusammenarbeit thematisiert: Während die High-Tech-Lösungen von EMAG technologisch führend sind, stellt die Finanzierung für viele ukrainische Firmen eine Barriere dar. Hier setzt die FEU auf den politischen Dialog.  

Unter der Überschrift „Industrial Ramstein“ wurde auf politischer Ebene eine bilaterale Initiative gestartet, um deutsche Finanzhilfen – etwa über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – direkt für den Erwerb hochwertiger deutscher Industriemaschinen nutzbar machen soll. Ein entsprechendes Rahmenabkommen zwischen den Regierungen wird derzeit ausgearbeitet. 

Sichtbare Ergebnisse

Der Besuch in Salach verdeutlicht die Dynamik von Partnering in Business with Germany: Zuerst steht das Kennenlernen der Technologie, gefolgt von der Lösung logistischer und finanzieller Fragen. Ob es um neue Fertigungssysteme zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit oder um den Erwerb zuverlässiger Gebrauchtmaschinen geht – die Basis ist gelegt. 

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