Vom Werksbesuch zum „Industrial Ramstein“
Nur wenige Tage später, am 24. März, folgt in Salach der nächste Schritt auf politischer Ebene. Die ukrainischen Gäste sind Ruslan Illichov, Generaldirektor der Federation of Employers of Ukraine (FEU) und Anastasia Shevchenko, Direktorin im Department for International Trade-Economic Cooperation and European Integration im ukrainischen Wirtschaftsministerium. Sie besuchen das Werk, um die strategische Tiefe einer möglichen Kooperation zwischen der ukrainischen Wirtschaft und der EMAG Gruppe auszuloten.
Zwischen hochmodernen Fertigungssystemen für Getriebe- und Motorenkomponenten geht es bei diesem Treffen nicht um technische Details, sondern um die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zukunft eines Landes im Ausnahmezustand. Da die ukrainische Industrie massiv unter dem russischen Angriffskrieg leidet, ist der Bedarf an modernen Fertigungssystemen existenziell für die Zukunft des Landes.
Im Gespräch werden konkrete Hürden und Lösungen für die Zusammenarbeit thematisiert: Während die High-Tech-Lösungen von EMAG technologisch führend sind, stellt die Finanzierung für viele ukrainische Firmen eine Barriere dar. Hier setzt die FEU auf den politischen Dialog.
Unter der Überschrift „Industrial Ramstein“ wurde auf politischer Ebene eine bilaterale Initiative gestartet, um deutsche Finanzhilfen – etwa über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – direkt für den Erwerb hochwertiger deutscher Industriemaschinen nutzbar machen soll. Ein entsprechendes Rahmenabkommen zwischen den Regierungen wird derzeit ausgearbeitet.
Sichtbare Ergebnisse
Der Besuch in Salach verdeutlicht die Dynamik von Partnering in Business with Germany: Zuerst steht das Kennenlernen der Technologie, gefolgt von der Lösung logistischer und finanzieller Fragen. Ob es um neue Fertigungssysteme zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit oder um den Erwerb zuverlässiger Gebrauchtmaschinen geht – die Basis ist gelegt.